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E-Autos: Mehrheit der Autofahrer lehnt China-Marken ab - laut Umfrage

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Von: Julian Baumann

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Modelle des chinesischen E-Autobauers Nio stehen bei der China Motor Show aus.
Laut einer Umfrage lehnt ein Großteil der deutschen Autokäufer chinesische Marken bislang ab. © IMAGO/Zhao Zishuo

Im Zuge des E-Auto-Booms drängen immer mehr chinesische Marken auf den deutschen Automarkt. Laut einer Umfrage lehnt die Mehrheit der Kunden diese aber bislang ab.

Stuttgart - Während der chinesische Automarkt für Autokonzerne wie Mercedes-Benz oder VW der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt ist, drängen im Zuge des derzeitigen E-Auto-Booms auch immer mehr chinesische Autobauer auf den deutschen Markt. E-Autobauer Nio nimmt Deutschland ins Visier und auch BYD hat mehrere neue Modelle für das Ursprungsland des Automobilbaus angekündigt. Da die chinesischen Fabrikate deutlich günstiger als die der einheimischen Autobauer sind, in Sachen Qualität aber immer mehr mithalten können, äußerten Branchenkenner bereits deutliche Sorgen.

Selbst Mercedes-Benz und BMW sollten „beunruhigt sein“, sagte ein Experte in Bezug auf den drohenden Preiskampf auf dem deutschen Automarkt. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Automobilwoche lehnt ein Großteil der deutschen Autokäufer chinesische Marken bislang jedoch ab.

E-Autos aus China: Umfrage zeigt, dass Vertrauen in chinesische Fabrikate noch fehlt

Da sich Mercedes-Benz und Co. - auch im elektrischen Bereich - zunehmend aus dem Volumensegment zurückziehen, stoßen asiatische Hersteller in die dadurch offen gewordene Marktlücke vor. Laut dem Automobilclub ADAC sind aktuell bereits acht chinesische Autohersteller in Deutschland vertreten und verkaufen schon jetzt nennenswerte Stückzahlen. Da China gerade bei der E-Mobilität auftrumpft, könnten sich die Marken zur ernstzunehmenden Konkurrenz der etablierten Konzerne entwickeln. Laut der Civey-Umfrage vertrauen die deutschen Autokäufer aber nach wie vor nicht wirklich auf die Fabrikate aus der Volksrepublik.

Laut der Umfrage können sich vier von fünf Autokäufern (78,7 Prozent) in Deutschland nicht vorstellen, ein chinesisches Auto zu kaufen. 63 Prozent lehnen chinesische Marken der Automobilwoche zufolge sogar kategorisch ab. Das zeigt, dass, selbst wenn die Qualität und die Technik der chinesischen Autos - mit BYD hat der größte E-Autobauer der Welt im Oktober den Deutschlandverkauf gestartet - diese Aspekte nicht ausreichen. Die etablierten deutschen Autohersteller stehen seit Jahrzehnten für Qualität, die auf der ganzen Welt gefragt ist, die Newcomer aus der Volksrepublik müssen sich einen solchen Ruf wohl erst erarbeiten.

China: Andere Umfrage zeigt, dass Oberklasse-Modelle durchaus Anklang in Deutschland finden

Obwohl China eine außerordentlich starke Autoindustrie hat, sind die Produkte aus dem Reich der Mitte seit jeher stark umstritten. Bislang mögen die deutschen Autokäufer auch den chinesischen E-Automarken noch eher abgeneigt gegenüberstehen, dass sich asiatische Hersteller durchaus in Europa durchsetzen können, zeigte in der Vergangenheit aber unter anderem der große Erfolg von Toyota.

Eine andere Umfrage, diesmal von der Unternehmensberatung Berylls, kam jüngst zudem zum Ergebnis, dass immerhin 20 Prozent der Befragten mit einem Wechsel auf ein Oberklassemodell aus China liebäugeln. Bei den Autofahrern, die bereits Erfahrungen mit chinesischen Autos haben, liegt der Anteil sogar noch höher. Der Autovermieter Sixxt hatte kürzlich angekündigt, in den nächsten Jahren E-Autos von BYD in die Flotte aufnehmen zu wollen. Dadurch können Interessenten ein elektrisches Modell aus China vor dem Kauf ausprobieren.

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