1. bw24
  2. Auto
  3. E-Autos

Intelligente Roboter sollen bald E-Autos mit Strom versorgen - „echter Evolutionsschritt“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Julian Baumann

Kommentare

Die Boden-Einheit des Laderoboters von Continental und Volterio. Das Gegenstück wird am Unterboden des Autos angebracht.
Der Laderoboter von Continental und Volterio soll das Laden von E-Autos einfacher und effizienter machen. © Continental AG

Der Autozulieferer Continental plant eine Revolution beim Laden von E-Autos. Intelligente Roboter sollen die Fahrzeuge bald mit Strom versorgen.

Stuttgart/Hannover - Obwohl es auf den deutschen Straßen immer mehr E-Autos von verschiedenen Herstellern gibt, ist die Ladeinfrastruktur noch nicht überall ausreichend ausgebaut. Das Ladenetz in Deutschland ist ein Trauerspiel. Ein Vorteil der batteriebetriebenen Modelle ist es jedoch, dass sie auch in der heimischen Garage per Hausstrom aufgeladen werden können. Das ist aber oftmals ein langwieriges und nicht ganz unbedenkliches Unterfangen. Der Automobilzulieferer Continental plant in Kooperation mit dem Start-up Volterio genau dafür eine revolutionäre Lösung.

Laut einer Pressemitteilung des Unternehmens aus Hannover sollen E-Autos zukünftig von intelligenten Laderobotern mit Strom versorgt werden. Geplant sind diese zunächst für den Einsatz in privaten Garagen, später sollen sie aber auch im öffentlichen Raum eingesetzt werden. Bis Mitte 2022 will der Entwicklungs- und Produktionsdienstleister Continental Engineering Services (CES) ein seriennahes System des Laderoboters entwickeln, eine tatsächliche Serienfertigung soll 2024 starten.

E-Autos: Laderoboter korrigiert selbstständig Abweichungen beim Einparken

Obwohl Roboter oftmals noch mit Science-Fiction in Verbindung gebracht werden, kommen sie inzwischen nicht mehr nur in der Produktion zum Einsatz. In dm-Filialen könnten ferngesteuerte Roboter bald den Einkauf erledigen. Bei der von Continental und Volterio entwickelten Ladeeinheit handelt es sich auch nicht um einen Roboter im herkömmlichen Sinn. Stattdessen besteht die vollautomatische Ladelösung aus zwei Komponenten. Eine Einheit wird fest am Garagenboden angebracht und die andere am Unterboden des E-Autos. Fährt das Fahrzeug in die Garage, verbinden sich die beiden Einheiten und Strom fließt über eine physische Verbindung.

Grundlegend neu ist die Entwicklung von CES und Volterio allerdings nicht. Das Start-up „Easelink“ aus Graz in Österreich forscht bereits seit langem an Ladebuchten, die nach einem ähnlichen Konzept funktionieren. Auch bei dieser E-Auto-Revolution laden E-Autos kabellos, erste Tests mit Taxis wurden bereits unternommen. Der Laderoboter von Continental hat dabei jedoch einige Vorteile. Zum einen ist die am Garagenboden anzubringende Komponente im Gegensatz zu einer festen Ladebucht flexibel. Zum anderen kann der Laderoboter eine Abweichung von bis zu 30 Zentimetern von der optimalen Parkposition selbstständig korrigieren.

Der wichtigste Unterschied des Continental-Laderoboters zu anderen kabellosen Lademöglichkeiten für E-Autos ist aber, dass deutlicher weniger Energie verloren geht. Das mache den Ladevorgang besonders nachhaltig und ressourcenschonend, heißt es in der Pressemitteilung. Zudem ist das Laden per Laderoboter auch vollautonom, der Fahrer muss sich demnach um nichts kümmern.

Laderoboter von Continental und Volterio kann auch in ältere E-Auto-Modelle nachgerüstet werden

Der Laderoboter von Continental und Volterio wird zunächst mit 22 kW Wechselstrom für private Haushalte zur Verfügung gestellt. Das System soll sich auch in ältere E-Auto-Modelle nachrüsten lassen. Im nächsten Schritt wird eine Schnell-Ladelösung auch für den öffentlichen Raum, beispielsweise für Parkhäuser mit 50 kW Wechselstrom entwickelt. Das Land Baden-Württemberg plant bereits spezielle Parkhäuser für E-Autos. „Unser Laderoboter ist ein echter Evolutionsschritt, um die Elektromobilität komfortabler und alltagstauglicher zu machen“, sagt Christoph Falk-Gierlinger, Geschäftsführer von CES.

Auch das Start-up Volterio zeigt sich von der Zusammenarbeit mit Continental überzeugt. „Mit Continental haben wir den perfekten Partner an der Seite, um unsere automatisierte Ladetechnologie zu industrialisieren und in einem wachsenden Markt erfolgreich zu sein“, sagt Christian Flechl, Geschäftsführer bei Volterio. Zuvor hätten beide Unternehmen unabhängig an Ladelösungen für E-Autos geforscht, heißt es in der Mitteilung. Nun würden die Kompetenzen des jungen Start-ups und des großen Automobilzulieferers gebündelt.

Auch interessant

Kommentare