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Unternehmen aus Baden-Württemberg transportiert beschädigte E-Auto-Batterien für Mercedes, Porsche und Co.

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Von: Julian Baumann

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Produktion des elektrischen SUV EQC von Mercedes-Benz im Werk in Bremen.
Defekte E-Auto-Batterien müssen mit großer Vorsicht gelagert und transportiert werden. Das Unternehmen Logbatt hat dafür spezielle Behälter entwickelt. © Mercedes-Benz AG - Global Communications

Beschädigte E-Auto-Batterien können eine Gefahr darstellen. Das Unternehmen Logbatt hat sich auf den sicheren Transport der Akkus spezialisiert.

Stuttgart/Aichwald - Mit dem Hochlauf der E-Auto-Produktion sind immer mehr batteriebetriebene Fahrzeuge auf den deutschen Straßen unterwegs. Zu Beginn des derzeitigen Booms wurde oftmals spekuliert, dass E-Auto-Batterien ganz besonders oft und schnell Feuer fangen. Verbrenner und Hybride fangen laut einer Studie aber häufiger Feuer als E-Autos. Dennoch sind die Lithium-Ionen-Akkus nicht ungefährlich. Die E-Autos von Mercedes, Porsche und Co. sind die Müll-Krise von morgen, hieß es bereits.

Wenn ein batteriebetriebenes Fahrzeug in einen Unfall gerät, ist ein Schaden an der Batterie besonders fatal. Die E-Auto-Batterien sind nicht nur vergleichsweise teuer, sondern im Falle eines Brandes nahezu nicht löschbar. Da Akkus aus beschädigten Modellen von Mercedes-Benz, Porsche und Co. bei etwa 1.000 Grad ausbrennen müssen, hat das Unternehmen Logbatt aus Aichwald bei Stuttgart spezielle Transportbehälter entwickelt, berichtet das Handelsblatt. In den meisten Fällen transportiert das Unternehmen allerdings ungefährliche E-Auto-Batterien.

Logbatt aus dem Kreis Esslingen stellt besondere Behälter für E-Auto-Batterien her

Wie bereits genannt fangen E-Autos nicht häufiger Feuer als Autos mit anderen Antrieben. Im Falle eines Brandes stellen die Lithium-Ionen-Batterien die Feuerwehren aber vor große Herausforderungen. Das Unternehmen „Q4Flo“ aus Maulbronn bereitet die Feuerwehren mit einem einzigartigen Schulungsangebot auf den Kampf gegen brennende E-Autos vor. Das Unternehmen Logbatt aus Aichwald (Kreis Esslingen) stellt dem Handelsblatt zufolge Behälter für beschädigte Batterien direkt für die Hersteller her. Wenn ein beschädigtes Modell von Mercedes-Benz in einer Niederlassung des Autokonzerns aus Stuttgart abgeliefert wird und die Mechaniker vor Ort die Batterie als Schadensursache ausmachen, muss diese sofort ausgebaut werden.

Defekte Lithium-Ionen-Batterien können allerdings nicht ohne weiteres gelagert werden. Wie gefährlich das sein kann, zeigte ein Vorfall aus dem August 2021, als ein Akku in einem Werk von Porsche lichterloh brannte. Für die Aufbewahrung und den Transport bis zur Entsorgung der Batterien hat Logbatt einen speziellen Behälter entwickelt. Diese sind streng nach den Vorschriften der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) angefertigt. Weil die Batterien nicht löschbar seien, müssten sie kontrolliert ausbrennen, erklärte Logbatt-Geschäftsführer Philipp Helmle dem Handelsblatt. „Dabei entstehen Temperaturen von über 1.000 Grad. Das muss eine Transportkiste aushalten.“

Mercedes, Porsche und Co.: Logbatt übernimmt Transport und Entsorgung von defekten E-Auto-Akkus

Die speziellen Behälter für beschädigte E-Auto-Batterien von Logbatt sind mit stolzen 25.000 Euro pro Stück so teuer wie ein Kleinwagen. Glücklicherweise werden die Akkus aber nicht bei jedem Unfall beschädigt, weswegen das Unternehmen aus Aichwald jährlich nur wenige Hundert davon anfertigt. Sie seien zudem hauptsächlich Mittel zum Zweck, erklärte Philipp Helmle. „Das ist unser Eintrittstor zu den Kunden.“ Das Hauptgeschäft von Logbatt liege im Transport von ungefährlichen Batterien für Mercedes-Benz, Porsche, BMW oder auch Batteriehersteller wie CATL oder Farasis. Für diese Unternehmen übernehmen die Aichwälder dem Handelsblatt zufolge die Lagerung, den Transport und die Entsorgung von defekten Batterien in ganz Europa.

Dabei profitiert das Unternehmen aus dem Kreis Esslingen auch wegen der räumlichen Nähe zu seinen wichtigsten Kunden. Von Aichwald sind die Logbatt-Transporter schnell am Stammwerk von Mercedes-Benz in Untertürkheim und an der Zentrale von Porsche in Zuffenhausen. Zudem fällt bei den Autoherstellern aufgrund des Hochlaufs der E-Auto-Produktion zwangsläufig auch immer mehr Elektro-Schrott an. „Es gäbe ohne den Chipmangel noch viel mehr produzierte Autos, dadurch Batterieabfall und damit Transportbedarf“, sagte Helmle. In Zukunft wird die Anzahl an produzierten E-Autos und dadurch auch an Testfahrzeugen, nicht zuletzt durch den EU-Entscheid, weiter anwachsen.

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