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Strategie für E-Mobilität: Gibt es E-Autos bald bloß noch im Abo?

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Von: Jason Blaschke

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Tesla beim Aufladen Lidl gratis E-Tankstelle in der Schweiz
Die kritische Ladeinfrastruktur in Deutschland (Symbolbild) schreckt aktuell noch viele potenzielle E-Auto-Fahrer ab. © Pius Koller/imago-images

Mieten statt kaufen: Gerade für potenzielle E-Auto-Fahrer können sogenannte Auto-Abos lukrativer sein, als der Barkauf. Eine Studie enthüllt die Gründe.

Stuttgart - In Zeiten von Fahrverboten wie in Stuttgart oder steigenden Spritpreisen erfreuen sich E-Autos immer größerer Beliebtheit. Einer Analyse von Statista.de zufolge wurden 2021 so viele neue E-Autos zugelassen, wie noch nie zuvor. Mehr als 350.000 sind es 2021 gewesen – das sind rund 161.800 mehr, als noch 2020. Im Diagramm betrachtet, geht die Kurve extrem steil nach oben. Aber: Zur Wahrheit gehört auch, dass das E-Auto für einige Menschen gar keine Alternative ist – zumindest aktuell noch.

Eine große Umfrage zeigt laut Golem.de, dass es in erster Linie Ladeinfrastruktur, Anschaffungskosten und Reichweite sind, die viele potenzielle E-Auto-Käufer abschreckt. 60 Prozent der insgesamt 1.026 in der Umfrage befragten Kaufinteressenten sind zudem über die Lebensdauer einer Batterie „beunruhigt“. Im Rahmen einer E-Auto-Studie wurden rund 1.181 Abonnenten eines Auto-Abos sowie 1.026 Kaufinteressenten ohne Erfahrung mit Auto-Abos befragt.

Studie zeigt: Auto-Abo könnte aufgrund des Preisfaktors bald interessanter werden

In der Studie wurde untersucht, ob gerade für Menschen, die noch keine Erfahrung mit Auto-Abos haben, das Abo-Format gerade in Bezug auf E-Autos interessant sein könnte. Der Hintergrund ist, dass der Preis sowie bestimmte Zusatzangebote das E-Auto-Abo besonders für all diejenigen interessant machen könnte, die aktuell noch zögern, auf ein E-Auto umzusteigen. Im Rahmen der Studie wurden allen Befragten zwei reale Angebote für einen Fiat 500e und einen Mercedes-Benz EQA vorgelegt.

Was ist ein Auto-Abo?

Was man von TV- oder Musik-Streamingdiensten kennt, ist auch bei Autos möglich. Der Nutzer (Fahrer) zahlt pro Monat einen fixen Betrag und kann das Fahrzeug innerhalb der festgelegten Vertragslaufzeit nutzen. Das neue Auto-Abo ist im Gegensatz zu Leasing oder Finanzierung eine All-inclusive-Flat, in der alle Nebenkosten enthalten sind. Der Nutzer muss also lediglich für die Spritkosten – oder die Stromkosten fürs E-Auto – aufkommen. Alle anderen Kosten wie Steuer, Kfz-Versicherung oder Wartung sind in der monatlichen Rate inbegriffen.

Dabei zeigte sich, dass die Preise für ein 24-Monats-Abo kaum höher waren als bei einem Leasing über 48 Monate. Der Unterschied ist, dass im Auto-Abo außer Strom keine weiteren Kosten anfallen. Teurer wird das Abo erst, wenn die Nutzer kürzere Laufzeiten im Vertrag festlegen. In der Umfrage spricht sich daher auch die Mehrheit für eine Vertragslaufzeit von zwei Jahren aus. Speziell auf E-Autos zugeschnittene Zusatzangebote könnten das Auto-Abo zusätzlich zum Preis ebenfalls attraktiver machen.

93 Prozent der Auto-Abo-Nutzer können sich einen Wechsel aufs E-Auto vorstellen

Die Versicherung Ergo will zum Beispiel eine ganz spezielle Leistung anbieten, die E-Auto-Fahrer im Auto-Abo vor einer leeren Batterie bewahren soll. Wer wegen Strommangels liegen bleibt, soll nach Plänen der Versicherung (kostenlos) bis zur nächstbesten Ladestation abgeschleppt werden. Aber nicht nur für Kaufinteressenten könnte das Auto-Abo künftig der Weg zum E-Auto sein – auch für Fahrer, die schon ein Auto-Abo abgeschlossen haben, kommt ein E-Fahrzeug immer öfters infrage.

Das zeigt eine andere Umfrage, die das CAR-Institut, der Auto-Abo-Anbieter Fleetpool, die Ergo Versicherung sowie IBM in Auftrag gegeben hatten und über die ecomento.de aktuell berichtet. Etwa 52 Prozent der derzeitigen Auto-Abo-Nutzer haben der Umfrage zufolge zwar noch kein E-Auto gefahren – 93 Prozent könnten sich aber einen Wechsel vorstellen. Und: 64 Prozent der Gruppe sind davon überzeugt, dass ihnen das Abo den Umstieg zum E-Auto erleichtern würde.

Doch trotz des aktuell großen Hypes sollten die Verbraucher wichtige Alternativen zum E-Auto nicht vergessen, mahnt Bosch-Chef Stefan Hartung. Neben Wasserstoff und Strom gibt es noch eine andere, umweltfreundliche Antriebsmöglichkeit, an welcher schon mehrere Autohersteller tüfteln. Auch Porsche in Stuttgart arbeitet schon an einer völlig neuen Antriebsart für Fahrzeuge, die weder Strom noch Wasser benötigt. Vor allem für Vielfahrer könnte die eine Alternative sein.

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