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„Menschen zum Nachdenken anregen“: Studenten fahren mit selbstgebautem E-Auto 16.000 Kilometer durch die USA

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Von: Julian Baumann

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Das Studententeam der TU Eindhoven mit ihrem E-Auto in Leander, Texas.
Studenten der TU Eindhoven begaben sich mit ihrem E-Auto ZEM auf einen Trip durch die USA, um möglichst viele Menschen von ihrer Idee zu begeistern. © Instagram/TU/ecomotive

Mit ihrem selbst entworfenen E-Auto fuhren Studenten der TU Eindhoven quer durch die USA. Das Ziel des Teams war es, Millionen von Menschen von ihrer Vision zu begeistern.

Stuttgart/Eindhoven - „Wenn 35 Studenten innerhalb eines Jahres ein nahezu CO₂-freies E-Auto bauen können, dann gibt es auch Möglichkeiten für die Industrie“, sagte Nikki Okkels von TU/ecomotive, einem Studententeam der Technischen Universität im niederländischen Eindhoven, Ende Juli. Die Studenten haben ein E-Auto entwickelt, das die Luft beim Fahren reinigt. Um mehr Menschen von der Idee zu begeistern und insgesamt das Bewusstsein für einen CO₂-neutralen Verkehr der Zukunft zu schärfen, unternahm das Team mit dem E-Auto ZEM eine Fahrt quer durch die USA.

Weltweit sind E-Autos inzwischen deutlich auf dem Vormarsch. Die großen Hersteller, wie Mercedes-Benz, VW oder auch General Motors oder Ford, setzen ebenfalls immer deutlicher auf den batterieelektrischen Antrieb. Entwicklungen wie das ZEM der Studenten der TU Eindhoven zeigen jedoch, dass man auch mit weniger Kapazitäten einen wichtigen Beitrag zur Mobilität der Zukunft leisten kann. Deshalb begab sich das Team TU/ecomotive mit seinem E-Auto auf einen Trip durch die USA, um seine Entwicklung einem größeren Publikum vorzustellen und zu zeigen: „Schaut, was wir in einem Jahr mit einer relativen kleinen Gruppe von Studenten geschafft haben.“

E-Auto-Trip durch die USA: „Wir wollen Menschen zum Nachdenken anregen und sie inspirieren“

Mit dem „ZEM“ (Zero Emissions Car, CO₂-freies Auto) begaben sich die Studenten der TU Eindhoven laut einer aktuellen Pressemitteilung auf eine siebenwöchige Reise durch die USA. Der Trip führte das Team von New York City nach Austin (Texas), wo sich der Hauptsitz des Branchenprimus Tesla befindet, und vom Silicon Valley bis nach Columbus. Dabei besuchte TU/ecomotive mit dem innovativen E-Auto-Prototyp Universitäten, Geschäftspartner und verschiedene Gemeinschafen, mit dem Ziel, sich in dem Land Gehör zu verschaffen. „Wir wollen Menschen zum Nachdenken anregen und sie inspirieren“, sagte Teammitglied Jens Lahaije.

Das von dem Studententeam designte und gebaute E-Auto kann mit einem speziellen Filter bei 20.000 gefahrenen Kilometern pro Jahr rund zwei Kilogramm CO₂ durch die Luft aufnehmen. „Wir haben ein nachhaltiges Auto entworfen, entwickelt und gebaut“, führte Jens Lahaije aus. „Wenn uns das gelingt, können Unternehmen auch mehr tun, um den weltweiten CO2-Fußabdruck zu verringern. Das wollten wir vermitteln, und ich denke, das ist uns gut gelungen.“

Königin Maxima der Niederlande (dritte von rechts) mit dem Team von TU/ecomotive.
Auf dem Gelände der renommierten Stanford University traf TU/ecomotive auf die niederländische Königin Maxima. © Instagram/TU/ecomotive

Bei einem Stopp an der renommierten Stanford University in Kalifornien traf das Team die niederländische Königin Maxima, die zu einem Staatsbesuch in den USA war. Zu diesem Zeitpunkt war das von den Studenten entwickelte E-Auto laut der Mitteilung noch nicht in den Staaten angekommen - aufgrund von Lieferschwierigkeiten. Im Gespräch erklärten die Studenten Maxima aber auch ohne Anschauungsmaterial ihre Vision. „Ich würde das Auto wirklich gerne mal sehen“, habe die niederländische Königin gesagt. „Sie können jederzeit bei der TU Eindhoven vorbeischauen“, antwortete Teamleiterin Louise de Laat.

E-Auto, das Luft beim Fahren reinigt: ZEM auch als Serienversion in Planung

Obwohl die Studenten der TU Eindhoven auf ihrem Trip mit dem E-Auto durch die USA an mehreren Universitäten halt machten und auch mit der niederländischen Königin und hochrangigen Unternehmenschefs über ihre Entwicklung sprechen konnten, hinterließ eine andere Begegnung den größten Eindruck auf das Team. Beim Besuch einer Stiftung, die arme Kinder nach der Schule betreut, sei die Begeisterung überwältigend gewesen. „Diese Kinder hatten so etwas noch nie zuvor gesehen; sie kommen einfach nicht mit neuen, technologischen Entwicklungen in Berührung“, erklärte Jens Lahaije. „Dann hört man ein Kind sagen: ‚Das will ich später auch machen!‘ Das ist einfach wunderbar.“

Wie die Kinder zeigten sich viele Menschen auf dem insgesamt 16.000 Kilometer langen Roadtrip der Studenten der TU Eindhoven von dem E-Auto, das die Luft beim Fahren reinigt, begeistert. Einige konnten zunächst gar nicht glauben, dass das Fahrzeug komplett von einem Studententeam entworfen, designt und gebaut wurde. Eine besonders oft gestellte Frage war laut der Mitteilung, ob der Prototyp des E-Autos ZEM auch irgendwann in eine Serienproduktion gehen würde. Tatsächlich sei ein Nachfolger geplant, das bedeute aber nicht, dass der derzeitige Prototyp genau so umgesetzt werde, erklärte Teammitglied Jia Ming. Ein anderes Studententeam der TU Eindhoven entwickelte ein solarbetriebenes Wohnmobil, das 730 Kilometer Reichweite schaffen soll.

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