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„Großer Preiskrieg“ bei E-Autos steht bevor - Hersteller wappnen sich für harten Kampf

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Von: Julian Baumann

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Jim Farley, CEO der Ford Motor Company, spricht bei einer Veranstaltung zur Vorstellung des neuen vollelektrischen Pickup-Trucks F-150 Lightning.
Ford-Chef Jim Farley rechnet mit einer deutlichen Kostenreduktion bei der E-Auto-Produktion. Dadurch werde es zu einem „Preiskrieg“ kommen. © Dominick Sokotoff/dpa/ZUMA Wire

Der Chef von Ford erwartet sinkende Produktionskosten bei E-Autos. Dadurch könnte laut ihm ein regelrechter „Preiskrieg“ zwischen den Herstellern entbrennen.

Stuttgart/Dearborn - Die Elektrifizierung ist in der weltweiten Autoindustrie auf dem Vormarsch. Nicht nur die deutschen Traditionskonzerne Mercedes-Benz, BMW und VW setzen immer deutlicher auf E-Autos. Auch auf dem US-Markt, auf dem große Verbrenner-Modelle besonders beliebt sind, findet zunehmend ein Umdenken statt. Neben Tesla, das seit jeher nur E-Autos produziert, will auch Ford mit Sitz in Dearborn (Michigan) vermehrt elektrisch betriebene Fahrzeuge herstellen.

Aktuell liegen die Produktionskosten von E-Autos mitunter noch deutlich über denen eines Verbrenner-Modells. Mercedes-Chef Ola Källenius sagte beispielsweise vor einiger Zeit, dass der Konzern mit dem elektrischen EQS aufgrund der Produktionskosten weniger Einnahmen erziele als mit einer klassischen S-Klasse. Ford-Chef Jim Farley geht allerdings davon aus, dass sich die Produktionskosten für E-Autos in Zukunft deutlich reduzieren werden, wie ABC News berichtet. Deshalb befürchtet er einen regelrechten „Preiskrieg“ im unteren und mittleren Preissegment.

E-Auto-Produktionskosten: Ford-Chef erwartet „Preiskrieg“ zwischen den Herstellern

Der Grund für die aktuell noch vergleichsweise hohen Kosten bei der Produktion von E-Autos ist hauptsächlich den Batterien geschuldet. Das zeigt sich auch darin, dass bei Mercedes, Tesla und Co. ein Akkutausch sehr teuer werden kann. Auch Ford-Chef Jim Farley sagte bei der Bernstein Strategic Decisions Conference, dass die Kosten für ein batteriebetriebenes Ford-Modell noch deutlich über dem eines benzinbetriebenen liegen. Ein Ford-Mustang Mach-E, ein elektrischer SUV, startet bei rund 44.000 US-Dollar (rund 41.000 Euro), kann aber auch deutlich darüber liegen. Das seien rund 25.000 Dollar mehr als ein vergleichbarer Ford Edge, der mit Benzin betrieben wird.

Die Batteriekosten würden in diesem Beispiel rund 18.000 Dollar, der Charger weitere 3.000 Dollar ausmachen, erklärte Jim Farley laut ABC News. Der Ford-Chef erwartet durch neue Batterie-Technologien und Alternativen zu teuren Materialien wie Nickel und Kobalt in Zukunft aber eine deutliche Kostenreduktion. Zudem werde sich die Produktionszeit von E-Autos verringern, was weitere Kosteneinsparungen mit sich bringe. Dadurch erwartet der Chef des sechstgrößten Autoherstellers der Welt aber einen harten Konkurrenzkampf zwischen den Herstellern. „Ich glaube, unsere Industrie steuert auf einen großen Preiskrieg zu“, sagte Jim Farley.

Preiskrieg zeigt sich laut Ford-Chef schon jetzt auf dem weltweit größten Automarkt

Günstigere Materialien, geringerer Zeitaufwand und kleinere Batterien: In Zukunft könnten die Kosten für E-Autos auch für den Kunden immer weiter gesenkt werden. Während sich Konzerne wie Mercedes-Benz verstärkt auf den Luxus und auf hochpreisige Modelle konzentrieren, gehen viele andere Hersteller vor allem bei den E-Autos auf Volumen. Dadurch könnte es passieren, dass sich diese Autohersteller in Zukunft bei den Preisen für die batteriebetriebenen Modelle immer weiter gegenseitig unterbieten wollen. Das würde Ford-Chef Jim Farley zufolge dazu führen, dass Hersteller mit Modellen im Bereich von rund 25.000 Dollar (etwa 23.000 Euro) verstärkt gegeneinander antreten.

Auf dem weltweit größten Automarkt sei ein solcher Preiskampf bereits in vollem Gange. In China verkaufen zwar auch Mercedes-Benz, der VW-Konzern oder auch Tesla mit Abstand die meisten Modelle, die meisten verkauften E-Autos stammen aber vom Hersteller Wuling, einem Joint-Venture von SAIC Motors und General Motors, wie ABC News berichtet. Das Billig-Modell Hongguang Mini ist laut Jim Farley bereits für rund 8.000 Dollar (7.500 Euro) zu haben. Der Ford-Chef warnte bereits, dass die westliche Autoindustrie gegenüber China den Anschluss verliere.

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