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E-Auto-Offensive: Hersteller verbannen künftig Leistung und Fahrspaß bei Verbrennern - laut Berechnungen

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Von: Nadja Pohr

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Mercedes-Benz erhält weltweit erste international gültige Systemgenehmigung für hochautomatisiertes Fahren
Die Investitionen in die E-Mobilität werden sich wohl zulasten der Entwicklungskosten für neue und überarbeitete Verbrenner auswirken. © Mercedes-Benz AG

Die Automobilbranche richtet den Fokus auf E-Autos. Das könnte dazu führen, dass Fahrzeuge mit Verbrennermotor künftig nicht mehr überarbeitet werden.

Stuttgart - Anfang Juni beschloss das EU-Parlament das Aus für den Verbrennungsmotor. Ab 2035 dürfen dann nur noch Autos zugelassen werden, die kein CO₂ ausstoßen. Ohnehin setzen die Hersteller in Deutschland nun mehr und mehr auf den Ausbau ihrer E-Autos. Das bedeutet auch, dass bei einigen Modellen auf Kostenreduzierung geachtet werden muss. Deshalb verbannte Mercedes-Benz bereits ein Bauteil, das Jahrzehnte für Fahrspaß sorgte.

Die Automobilbranche ist gerade dabei, ihre geplanten Investments in die E-Mobilität massiv zu erhöhen. Bis zum Jahr 2026 sollen laut Ankündigungen aus der Branche insgesamt 526 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung von Elektrofahrzeugen investiert werden. Dem Nachrichtenportal Bloomberg zufolge sei das mehr als das Doppelte des Betrags, der vor wenigen Jahren für einen ähnlichen Zeitraum veranschlagt wurde. Doch die E-Auto-Offensive der Hersteller wie Mercedes-Benz oder Volkswagen birgt Nachteile für die Verbrennerautos, die bis dahin noch erhältlich sind.

Leistung, Fahrspaß und Design könnten künftig bei Verbrennern zu kurz kommen

Die Investitionen in die E-Mobilität werden sich wohl zulasten der Entwicklungskosten für neue und überarbeitete Verbrenner auswirken, wie efahrer.com berichtet. Demnach würden Änderung an Antriebssträngen nicht für schnellere Autos oder angenehmeren Fahrspaß, sondern nur noch aus Gründen der Effizienz und zur Einhaltung strenger Emissionsvorschriften vorgenommen werden. Ebenfalls dürfte auch das Design von Diesel oder Benziner vernachlässigt werden. Denn: Die Autohersteller stellen bereits einen Rückgang bei den Verbrenner-Verkäufen fest. Man werde sich deshalb künftig eher mit den Profitmargen, als mit der Optik beschäftigen.

Wenn das Verbrenner-Aus also immer näher rückt, bedeutet das, dass Autos mit Verbrennermotor bei Händlern nur noch mit alter Technik ausgestattet sein werden, wie Bloomberg prognostiziert. Das endgültige Ende liegt jedoch noch in weiter Ferne. Die Autohersteller wollen meist erst zwischen 2030 und spätestens 2040 aus dem Geschäft aussteigen. Der Chef des Autozulieferers Bosch zeigt sich ebenfalls zuversichtlich, dass der Verbrenner weltweit noch lange gebraucht werde - es demnach keinen Grund zur Sorge gebe.

Unattraktive Verbrenner werden Verkäufe von E-Autos ankurbeln - laut Experten

Laut Experten werde sich dieser Effekt positiv auf die Verkäufe der E-Autos auswirken. Verbrenner, die keine Investition oder Re-Designs mehr erhalten, könnten für Kunden unattraktiv sein. Stattdessen würden sich diese aus Sicht der Experten dann für die neuen, frischen und schnelleren Elektrofahrzeuge interessieren. Darüber hinaus könnten Diesel- und Benzinautos dadurch für Kunden zu einem Schnäppchen werden. Ob sich die Prognosen der Experten bewahrheitet, werde sich jedoch erst in den kommenden Jahren zeigen, wenn die E-Auto-Offensive der Hersteller weiter vorangeschritten ist.

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