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Youtuber Car Maniac mit Wutrede über E-Auto-Fahrer: „Elektromobilitäts-Sekte“

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Von: Valentin Betz

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Youtuber Car Maniac
Youtuber und Auto-Influencer Car Maniac versteht beim Thema E-Autos seine eigene Community nicht mehr. © Screenshot Car Maniac/YouTube & IMAGO / Michael Gstettenbauer (BW24-Collage)

E-Autos und ihre Fahrer haben ein Imageproblem. Der Youtuber Car Maniac will das eigentlich ändern - verzweifelt aber selbst an der Community.

Stuttgart - Die E-Mobilität gewinnt zusehends an Aufmerksamkeit, aber auch an Beliebtheit. Beispielsweise verkaufte Mercedes-Benz im vergangenen Jahr so viele E-Autos wie nie zuvor. Bei Porsche, ebenfalls mit Sitz in Stuttgart, sieht das Bild ähnlich aus.

Dabei polarisieren E-Autos auch heute noch, die Bevölkerung hat große Vorbehalte gegenüber der Technik. Die Umweltfreundlichkeit der E-Mobilität wird immer wieder infrage gestellt. Diesen weit verbreiteten Irrtum zu E-Autos wollten Forscher unlängst beiseite räumen. Der Trend der E-Mobilität macht sich aber auch in den sozialen Medien bemerkbar. Der Youtuber Christopher Karatsonyi bemüht sich auf der Plattform ebenfalls, über E-Autos aufzuklären. Auf dem Kanal „Car Maniac“ berichtet er regelmäßig über das Thema. Jetzt hat er allerdings in einem Livestream zu einer Wutrede angesetzt - und dabei vor allem über Fahrer von E-Autos geklagt.

Wutrede über E-Auto-Fahrer: Car Maniac versteht eigene Community nicht mehr

Karatsonyi bezeichnet seinen Kanal selbst als erfolgreichstes Automagazin zum Thema E-Auto in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Monatlich hätten seine Videos etwa 4,2 Millionen Zuschauer. Vielen dürfte er eher als professioneller Sprecher bekannt sein, beispielsweise von Erklärvideos des Kanals „Faktastisch“ oder als Radio-Werbestimme von Eddy Murphy. Als Car Maniac klärt er aber über E-Mobilität auf - ist also selbst auch von der Technologie überzeugt.

Zuletzt stellte Karatsonyi auf seinem Kanal aber auch Fahrzeuge vor, die keine reinen E-Autos sind. Verglichen mit anderen Videos von Car Maniac schnitten diese schlechter ab. Schon unter seinem bislang letzten Video (Stand: 18. Februar 2022) postete er deshalb eine Stellungnahme und äußerte sich enttäuscht. „Plug-in-Hybrid-Fahrer werden fast schon ähnlich bewertet wie Verbrecher. Über Verbrenner-Fahrer brauchen wir gar nicht erst zu sprechen“, stellte er fest. An seine Zuschauer gerichtet, fügt er hinzu: „Diese Community war schon mal offener.“ Genau darin sieht Youtuber Christopher Karatsonyi aber ein Problem, das ihn in einem Livestream zu einer Wutrede ansetzen lässt.

Youtuber Car Maniac sieht den Durchbruch der E-Mobilität in Gefahr - wegen E-Auto-Fahrern

„Ich bin sehr schockiert darüber, wie es momentan in der Elektromobilität so läuft“, erklärt Karatsonyi in dem Livestream, der auf seinem Kanal Car Maniac verfügbar ist. Denn die Tatsache, dass seine Videos über Plug-in-Hybride auf nur wenig Interesse bei seiner Community stießen, sieht er als Zeichen für mangelnde Offenheit. „Und sehr viele Menschen wollen solch einer Community nicht zugehörig sein und fahren lieber weiter Verbrenner“, erklärt er. Dabei sieht der Youtuber auch darin seine Aufgabe, Fahrer von Verbrennern von E-Autos zu überzeugen.

Ein weiterer Kritikpunkt seinerseits an E-Auto-Fahrern ist deshalb, dass sie nur wenig Leidenschaft für die Fahrzeuge mitbrächten. „Das Interesse der Elektro-Community bezieht sich nur noch auf alles, was mit Effizienz und Pragmatik zu tun hat, nichts davon mehr hat mit Leidenschaft zu tun“, so Karatsonyi. „Mir geht die Emotion in Sachen Elektromobilität vollkommen flöten“, erklärt er weiter.

Car Maniac spricht sogar von einer „Elektromobilitäts-Sekte“, in der jeder unter sich bleiben und niemanden hereinlassen möchte. Besonders im Hinblick auf Nachhaltigkeit sei die E-Mobilität aber nicht die alleinige Lösung und E-Auto-Fahrer nicht automatisch die besseren Menschen. Fahrer von Verbrennern fühlten sich deshalb aber ausgeschlossen und verurteilt.

Car Maniac über E-Mobilität: Mehr Leidenschaft anstatt reiner Effizienz

Für viele Menschen sei das Automobil eben mehr als ein Fortbewegungsmittel. Youtuber Christopher Karatsonyi hält es entsprechend für unrealistisch, Fahrer von Verbrenner-Sportwagen zum Wechsel auf einen effizienten E-Kleinstwagen zu überzeugen. „Die Leidenschaft geht aber einfach flöten, wenn wir immer nur über Effizienz sprechen“, so Karatsonyi.

Er appelliert an die E-Auto-Community, sich selbst und ihren Weg zur E-Mobilität zu hinterfragen: „Auch vor 20 Jahren gab es schon Alternativen zum Verbrenner. Ist jeder wirklich immer zu Fuß gegangen und Fahrrad gefahren?“ Aus der Sicht von Car Maniac müssten E-Autos eben auch mit Leidenschaft und Emotionen zu tun haben - und andere E-Auto-Fahrer das akzeptieren. „Es ist wirklich hochgradig unsympathisch, wie manche Leute die Individualität anderer einfach ablehnen“, so Karatsonyi. Den Wunsch nach mehr Offenheit bei der Zukunft der Mobilität verpackt Car Maniac abschließend in zwei Fragen: „Warum urteilen wir über jeden und alles? Warum ist das, was du machst, immer besser als das, was der andere macht?“

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