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Bugatti hält an Verbrenner fest - kein E-Auto „in Zehnjahresplan vorgesehen“

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Von: Julian Baumann

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Hypersportwagen von Bugatti beim Goodwood Festival of Speed 2022.
Bugatti setzt weiterhin auf exklusive Hypersportwagen mit Verbrennungsmotor. Ein E-Auto der Marke ist nicht geplant. © Bugatti

Sportwagenhersteller Bugatti hat nach Angaben von CEO Mate Rimac kein reines E-Auto in Planung. Möglicherweise soll es aber ein Hybrid-Konzept geben.

Stuttgart/Molsheim - Ganz VW setzt auf das E-Auto. Ganz VW? Nein, eine Sportwagentochter hält am Verbrenner fest. Während Porsche mit dem Modell Taycan eindrucksvoll demonstrierte, dass Sportwagen auch in einer vollelektrischen Variante funktionieren können, ging Konzernschwester Lamborghini einen anderen Weg. Das erste E-Auto der Italiener wird ein Crossover, die Hypersportwagen sollen nur teilelektrifiziert werden. Bei Bugatti ist im Zehnjahresplan dagegen überhaupt kein E-Auto vorgesehen, wie CEO Mate Rimac im Gespräch mit der Automobilwoche erklärte.

Der VW-Konzern, der seit dem 1. September von Porsche-Chef Oliver Blume geleitet wird, vereint unter seinem Dach gleich mehrere weltbekannte Sportwagenbauer. Die Marke Bugatti war ursprünglich ein eigener Autohersteller mit Sitz im elsässischen Molsheim, das von 1909 bis 1963 produzierte. Im Jahr 1998 übernahm Volkswagen die Design- und Namensrechte und produziert seitdem unter dem Namen hochpreisige und äußerst limitierte Luxussportwagen. Wie den Bugatti Voiture Noire, den ein Carspotter kürzlich in Zürich erwischte. Im Gegensatz zu den VW-Töchtern Porsche und Lamborghini will Bugatti auch weiterhin ausschließlich Sportwagen mit Verbrennungsmotor bauen.

Bugatti-CEO Mate Rimac: „Eine reine Elektroversion ist nicht vorgesehen“

In der weltweiten Autoindustrie setzen inzwischen nahezu alle namhaften Autohersteller auf die Produktion von E-Autos. Selbst Ferrari will bis 2024 erreichen, was Porsche bereits gelungen ist: einen vollelektrischen Sportwagen zu bauen, der wirklich ein Ferrari ist. Hersteller Bugatti, der als VW-Tochter zu 55 Prozent der Rimac Group und zu 45 Prozent Porsche gehört, hat solche Pläne allerdings nicht. „Eine reine Elektroversion ist in unserem Zehnjahresplan für Bugatti nicht vorgesehen“, sagte Mate Rimac. „Auch ein SUV wird es nicht geben.“

Damit geht die exklusivste VW-Tochter auch in diesem Bereich einen anderen Weg als die Konzern-Schwestern. Porsche hatte mit dem Cayenne die zuvor nur aus Sportwagen bestehende Fahrzeugflotte um ein SUV erweitert und produziert zudem den kleineren Macan, Lamborghini hat dagegen das SUV Urus im Programm. Mit den anderen Sportwagenherstellern verglichen zu werden, ist aber offenbar nicht das Ziel von Bugatti. „Wenn es vergleichbar ist, dann ist es kein Bugatti“, zitierte Rimac das Leitmotiv von Gründer Ettore Bugatti.

Bugatti mit Kompromiss: Teilelektrifizierung möglich - wenn Bedingungen stimmen

Mehrheitseigner Porsche hat der Automobilwoche zufolge auf ein rein elektrisches Modell von Bugatti gepocht, das laut der Aussage von Mate Rimac zumindest für die kommenden zehn Jahre vom Tisch ist. Einen Kompromiss geht die französische Luxusmarke dann aber doch ein. Rimac, der bereits als „Elon Musk des Balkans“ bezeichnet wurde, kündigte für die nächste Sportwagen-Generation ein Hybrid-Konzept an. Die Voraussetzung für eine Teilelektrifizierung von Bugatti ist allerdings eine brauchbare elektrische Reichweite des E-Motors, die Rimac von derzeit 20 auf 50 Kilometer erhöhen will.

Während der neue VW-Boss Oliver Blume die E-Mobilität bei der Kernmarke Volkswagen vorantreibt und bei Porsche sowohl auf E-Autos als auch auf E-Fuels setzt, wird Bugatti demnach zumindest in den nächsten zehn Jahren nicht vollelektrisch werden. Die von Mate Rimac gegründete und weiterhin geleitete Rimac Group produziert dagegen ausschließlich batteriebetriebene Modelle und schickt sich an, sogar Branchenprimus Tesla Konkurrenz zu machen.

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