1. bw24
  2. Auto
  3. E-Autos

Beheizbarer Sicherheitsgurt soll E-Auto-Reichweite erhöhen: Netz skeptisch - „halte es für überflüssig“ 

Erstellt:

Von: Julian Baumann

Kommentare

Autozulieferer ZF Friedrichshafen entwickelt einen beheizbaren Sicherheitsgurt für E-Autos. Im Netz sind auch Befürworter der E-Mobilität skeptisch.

Stuttgart/Friedrichshafen - Zu Beginn der E-Auto-Produktion war die mangelnde elektrische Reichweite einer der größten Kritikpunkte. Inzwischen haben die Hersteller immer weiter aufgerüstet und viele neuen E-Auto-Modelle kommen ohne Probleme 600 bis 800 Kilometer weit, bevor sie das erste Mal geladen werden müssen. Mercedes-Benz hat mit dem EQXX sogar einen Reichweitenrekord von über 1.200 Kilometern mit einer Akkuladung aufgestellt. Da die Batterie eines elektrischen Modells neben dem Motor aber auch nahezu alle anderen Funktionen speist, geht auch durch Heizung und Co. Reichweite verloren.

Gerade im Winter, wenn es ohne eine Beheizung des Fahrzeuginnenraums nicht geht, büßen E-Autos an elektrischer Reichweite ein. Zudem drohen E-Auto-Fahrern bei Eiseskälte auch weitere Gefahren. Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen entwickelt einen beheizbaren Sicherheitsgurt, der in Kombination mit Sitzheizung oder Lenkradheizung die Beheizung des Innenraums verringern und so die elektrische Reichweite von E-Autos erhöhen soll. In einem Forum für E-Mobilität auf Facebook sind einige Nutzer allerdings skeptisch.

Beheizbare Sicherheitsgurte für E-Autos: Nutzer auf Facebook hinterfragen Sinn

Zugegebenermaßen klingt ein beheizter Sicherheitsgurt zunächst einmal skurril. Die ZF Friedrichshafen erklärt in einer Pressemitteilung aber, dass dadurch rund 15 Prozent der elektrischen Reichweite, die normalerweise durch das Beheizen des Innenraums aufgewandt werden müsste, eingespart werden kann. „Mit seiner integrierten Heizfunktion sorgt der neue beheizbare Sicherheitsgurt von ZF sofort nach Fahrtantritt für angenehme, körpernahe Wärme im Stromer, typischerweise zwischen 36 und 40 Grad Celsius“, schreibt der Stiftungskonzern vom Bodensee. „In Kombination mit einer Sitzheizung wird den Insassen somit schnell rundum warm.“

Eine Kamera mit Wärmebild zeigt die beheizbaren Sicherheitsgurte der ZF Friedrichshafen.
Beheizbare Sicherheitsgurte sollen die Notwendigkeit einer Beheizung des Fahrzeuginnenraums bei niedrigen Temperaturen verringern. Dadurch geht weniger elektrische Reichweite verloren. © ZF Friedrichshafen

Zudem sollen sich die beheizbaren Gurte genau wie normale Autogurte verhalten und auch in Sachen Bedienung und Funktion identisch sein. In diesem Punkt scheinen Nutzer im Forum „Elektroauto Elektromobilität“ auf Facebook aber skeptisch zu sein. „Sitzheizung ja, Lenkradheizung von mir aus, aber Sicherheitsgurtheizung?“, fragt einer. „Zu schmal und irgendwie unsymmetrisch. Nein danke.“ Ein anderer Nutzer erklärt, dass er seinen ID4 von Volkswagen einfach vorklimatisieren würde und sich über eine Einbuße der Reichweite demnach keine Gedanken machen brauche. „Ich halte es für überflüssig“, ist deshalb sein Fazit.

Weitere Nutzer im Forum sind ebenfalls skeptisch:

Beheizbare Sicherheitsgurte für E-Autos? User erinnert an Einführung der Lenkradheizung

Allerdings stehen im E-Mobilitäts-Forum bei weitem nicht alle Nutzer den beheizbaren Sicherheitsgurten der ZF Friedrichshafen ablehnend gegenüber. Ein User erinnert an die Einführung des beheizbaren Lenkrads. „Was hab ich früher über die Lenkradheizung gelacht“, schreibt er. „Und nu schalte ich sie verdammt gern ein.“ Ein weiterer Nutzer führt aus, dass die Idee auf den ersten Blick vielleicht überflüssig erscheint, aber durchaus sinnvoll sein könne. „Verbrenner heizen mit Abwärme, Stromer mit Reichweite. Und keiner friert gerne“, kommentiert er. „Wenn man also die Temperatur da hinbringt, wo sie genutzt wird, spart es bei klugen Fahrern das Aufheizen des kompletten Fonds.“

Letztendlich bleibt es wohl jedem E-Autofahrer selbst überlassen, ob er beheizbare Sicherheitsgurte braucht oder nicht. „Lenkradheizung hab ich und Sitzheizung. Aber beheizbarer Sicherheitsgurt? Da ist doch so viel Kleidung dazwischen. Braucht‘s echt net!“, ist die Meinung eines weiteren Nutzers im Forum. In diesem Punkt schreibt die ZF Friedrichshafen, dass man in kalten Jahreszeiten aber auf voluminöse Kleidungsstücke wie Daunenjacken verzichten sollte. „Tun sie das, steigt generell auch das Sicherheitspotenzial. Der Gurt liegt dann viel enger am Körper an und kann den Insassen bei einem Crash besser zurückhalten und schützen.“

Auch interessant

Kommentare