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ADAC-Berechnung: Preisexplosion macht Autofahren teurer - vor allem für E-Auto-Fahrer

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Von: Julian Baumann

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Neben Franzosen suchen auch deutsche Autofahrer nach dem Wegfall des Tankrabatts in Deutschland Tankstellen in naheliegenden französischen Grenzregionen auf.
Durch die Energiekostenexplosion wird das Autofahren in Deutschland immer teurer. E-Autos sind besonders betroffen. © Christian Böhmer/dpa

Nach dem Ende des Tankrabatts steigen die Benzinpreise wieder stark an. Der Preisanstieg für Strom ist allerdings noch viel höher, zum Nachteil von E-Autofahrern.

Stuttgart - Die Energiepreise sind in den vergangenen Monaten immer weiter gestiegen. Um die Verbraucher zumindest ein Stück weit zu entlasten, wurde im Rahmen des Entlastungspaketes ein sogenannter Tankrabatt gewährt. Seit dieser ausgelaufen ist, steigen die Preise für Benzin und Diesel an den Tankstellen wieder stark an. Deutsche Tank-Touristen fluten bereits Braunau in Österreich, da die Preise dort nicht so hoch sind. Noch teurer als Benzin und Diesel ist aktuell aber Strom, was die Verbraucher bereits mehr als deutlich zu spüren bekommen. Doch auch die Autoindustrie warnt.

Autoexperte Stefan Bratzel sagte bereits, dass die Strompreisexplosion den Umstieg aufs E-Auto gefährden könnte. Grund dafür ist, dass die Fahrer eines batteriebetriebenen Fahrzeugs an den Ladestationen immer tiefer in die Tasche greifen müssen, während die Preise für Benzin und Diesel nicht so stark steigen. E-Autos könnten dadurch ihren größten Pluspunkt im Vergleich zu Verbrennern verlieren. Eine Berechnung des Automobilclubs ADAC für die Automobilwoche zeigt jedoch, dass das Autofahren durch die hohen Energiekosten insgesamt teurer geworden ist.

Strompreisexplosion: E-Auto-Fahrer zahlen rund 40 Euro mehr pro Monat

Bei Autoherstellern wie Mercedes-Benz, die sich deutlich auf Luxus fokussieren, steigen auch die Anschaffungskosten für Neuwagen in Zukunft an. Das aktuelle Ärgernis vieler Autobesitzer ist allerdings, dass durch die steigenden Energiekosten auch die Unterhaltskosten für die Autos immer weiter ansteigen. Zudem müssen bei den monatlichen Kosten neben dem Energie- beziehungsweise Kraftstoffverbrauch auch der Wertverlust sowie Steuern und Versicherung mitberechnet werden.

Auf Basis der durchschnittlichen Preise der Monate Mai bis Juli sowie der Kraftstoffpreise am 31. August und der Strompreise, die an dem Tag auf Vergleichsportalen für neue Verträge aufgerufen wurden, haben die Experten des ADAC die monat­lichen Gesamtkosten verschie­dener Auto-Modelle berechnet. Weil bis zum 31. August der Tankrabatt noch in Kraft war, machen sich die hohen Stromkosten ganz besonders bei E-Auto-Modellen bemerkbar.

Laut den Berechnungen zahlt ein Besitzer eines Tesla Model 3, eines VW ID.3 oder eines Opel Corsa-e durch die aktuellen Strompreise rund 40 Euro mehr pro Monat, berichtet die Automobilwoche. Bei einem anhaltenden Preisniveau würden die E-Auto-Fahrer demnach rund 450 Euro pro Jahr mehr bezahlen müssen. Durch den Tankrabatt blieben die Kosten für den Verbrenner bis Ende August weitgehend konstant, die Benzinpreise gingen sogar leicht zurück.

ADAC sieht noch keine Entspannung - „hohes Preisniveau wird auf absehbare Zeit erhalten bleiben“

Inzwischen sind auch die Benzin- und Dieselpreise wieder gestiegen, die Strompreise steigen aber deutlich schneller. Wie sich das Niveau in den kommenden Monaten entwickeln wird, ist laut dem ADAC noch nicht vorherzusagen. „Konkrete Prognosen sind in der jetzigen Situation kaum möglich“, sagte Peter Sobotta. „Ein sehr hohes Preisniveau wird uns auf abseh­bare Zeit aber erhalten bleiben.“ Eben deshalb könnten E-Autos ihren Vorteil gegenüber den Verbrennern verlieren, wie auch Experte Stefan Bratzel bereits kommentierte. „Der Hochlauf der Elektromobilität droht zu scheitern, wenn der Stromer im Verbrauch teurer wird als Benziner oder Diesel“, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). „Weil sich dann kaum noch jemand ein Elektroauto kaufen würde.“

Dazu kommt, dass der staatliche Zuschuss beim Kauf eines E-Autos in Zukunft deutlich reduziert werden soll. Bereits ab 2023 bekommen E-Autofahrer nicht mehr für alle Modelle eine Prämie, ab 2024 sollen dann nur noch Stromer unter einem Neukaufwert von 45.000 Euro subventioniert werden. Dadurch werden gerade die hochpreisigen Modelle von Mercedes-Benz, Audi und Co. auch in der Anschaffung teurer. Laut den Berechnungen sind E-Autos aber auch ohne den Bonus konkurrenzfähig. Der Audi Q4 e-tron kostet beispielsweise 60.055 Euro, daraus ergeben sich monatliche Kosten von 1.061,94 Euro. Ein vergleichbarer Q5 mit Verbrennungsmotor kostet dagegen 62.855 Euro, was monatlichen Kosten von 1.150,92 Euro entspricht.

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