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E-Auto-Prämie 2023: Änderungen bei Höhe der Förderungen und Mindesthaltedauer

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Von: Julian Baumann

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Seit dem 1. Januar 2023 gibt es in Bezug auf die Prämie beim Kauf eines E-Autos deutliche Änderungen, die sowohl die Summen als auch die Mindesthaltedauer betreffen.

Stuttgart - E-Autos gelten als die Mobilität von morgen und werden deshalb in vielen europäischen Ländern vom Staat bezuschusst. Bislang bekamen Käufer von vollelektrischen Modellen eine Prämie von bis zu 9.000 Euro und Käufer von Plug-in-Hybriden eine Prämie von bis zu 6.750 Euro. Die ursprünglich bis Ende 2021 geltende Regelung wurde bis Ende 2022 verlängert. Im vergangenen Jahr wurde aber angekündigt, dass E-Autokäufer ab 2023 nicht mehr für alle Modelle eine Prämie erhalten werden. Gemäß der Reform der Ampel-Koalition werden seit dem Jahreswechsel nur noch Fahrzeuge beim Kauf gefördert, die nachweislich zum Klimaschutz beitragen.

In der Autoindustrie traf die angekündigte Kürzung der E-Auto-Prämie bereits auf deutliche Kritik. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer erklärte, die Kürzung „ziehe der E-Mobilität den Stecker“ und von mehreren Seiten wurde ebenfalls befürchtet, dass die Maßnahme den derzeitigen E-Auto-Boom deutlich ausbremsen werde. Für die Kunden, die sich für ein E-Auto interessieren, ist es nun aber wichtig zu wissen, für welche Modelle es 2023 noch eine staatliche Prämie gibt und wie hoch diese dann ausfällt. BW24 hat deshalb eine Übersicht über die angepasste Verordnung erstellt.

E-Auto-Prämie: Welche Autos sind 2023 noch förderfähig?

Bis zum Jahreswechsel waren, wie bereits angesprochen, sowohl reine Elektroautos als auch Plug-in-Hybride förderfähig. Das ist seit dem 1. Januar vorbei, da Hybrid-Modelle überhaupt nicht mehr gefördert werden. Aber auch für die reinen E-Autos wurde die Prämie angepasst. Ausschlaggebend ist, neben der angekündigten Umweltbilanz, vor allem der Preis des jeweiligen Modells. E-Autos unter 40.000 Euro werden höher bezuschusst als teurere Modelle. Das liegt laut einem Bericht des Handelsblatts daran, dass davon ausgegangen wird, dass sich Käufer von teuren E-Autos diese auch ohne Prämie leisten können.

Umweltprämie StaatFahrzeugherstellerMehrwertsteuer (19 %)Maximalsumme 2023Maximalsumme 2022
Unter 40.000 Euro4.500 Euro2.250 Euro427,50 Euro7177,50 Euro9.000 Euro

Wie hoch die Prämie beim Kauf eines E-Autos unter einem Kaufpreis von 40.000 Euro ausfällt, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen die Umweltfreundlichkeit und die elektrische Reichweite beziehungsweise der Stromverbrauch der Modelle. Die nachfolgenden E-Auto-Modelle sind 2023 für unter 40.000 Euro zu haben und damit wie oben beschrieben förderfähig.

ModellKaufpreis (Angebot) 2023
Opel Mokka-eAb 28.202 Euro
Hyundai Kona ElektroAb 28.230 Euro
Peugeot e-2008Ab 29.633 Euro
VW ID.3Ab 30.480 Euro
Cupra BornAb 30.665 Euro
Skoda Enyaq iVAb 32.564 Euro
Hyundai Ioniq 5Ab 35.360 Euro
Kia EV6Ab 36.208 Euro
Kia Niro EVAb 36.748 Euro
VW ID.4Ab 38.752 Euro

(Quelle: carwow.de)

Für E-Auto-Modelle über einem Kaufpreis von 40.000 Euro fällt die Prämie seit dem 1. Januar 2023 noch deutlich geringer aus.

Umweltprämie StaatFahrzeugherstellerMehrwertsteuer (19 %)Maximalsumme 2023Maximalsumme 2022
Über 40.000 Euro3.000 Euro1.500 Euro285 Euro4.785 Euro7.975 Euro

Unter diese Begrenzung fallen beispielsweise der EQA von Mercedes-Benz mit einem Kaufpreis ab 50.777 Euro (Stand 2023) oder auch das Model 3 von Tesla. Über einem Kaufpreis von 65.000 Euro fällt der staatliche Zuschuss seit dem 1. Januar aber komplett weg, was beispielsweise hochpreisige Modelle wie den Mercedes EQS oder den Porsche Taycan ausschließt. Die Luxusstromer wurden allerdings auch zuvor nicht durch eine Prämie gefördert.

E-Auto-Prämie: Änderungen bei der Mindesthaltedauer – Antragsstellung bleibt gleich

Eine weitere Änderung seit Beginn des Jahres betrifft die Mindesthaltedauer der Fahrzeuge. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Regierung angekündigt, gegen den Missbrauch der E-Auto-Prämie vorgehen zu wollen. Konkret wurden immer wieder E-Autos in Deutschland gekauft, die Prämie eingestrichen und in kurzer Zeit ins Ausland weiterverkauft. So verschwand laut einem Bericht jeder vierte Tesla von den deutschen Straßen. Seit dem Jahreswechsel muss ein Kunde, der beim Kauf eines E-Autos eine Prämie bekommen hatte, das Fahrzeug mindestens zwölf Monate fahren, sonst verlangt der Staat die gezahlten Fördermittel wieder zurück.

Mehrere Elektrofahrzeuge werden im Ladepark am KinderMedienZentrum Erfurt geladen.
Seit dem Jahreswechsel hat sich bei den Prämien beim Kauf eines E-Autos einiges geändert. Plug-in-Hybride werden überhaupt nicht mehr gefördert. © Martin Schutt/dpa

Bei der Antragsstellung für eine Prämie beim Kauf eines E-Autos hat sich dagegen beim Jahreswechsel nichts geändert. Dem Handelsblatt zufolge können die Anträge erst nach der Zulassung des Fahrzeugs gestellt werden. Das kann für Kunden allerdings zum Problem werden, da die Regierung die Fördermittel erstmals gedeckelt hat. In diesem Jahr stehen dafür 2,1 Milliarden Euro zur Verfügung, für 2024 sind 1,3 Milliarden Euro Budget eingeplant. Sollten die Fördermittel bis zur Zulassung der gekauften E-Autos ausgeschöpft sein, gehen Kunden auch leer aus, wenn sie ansonsten die Voraussetzungen erfüllen.

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