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„Enddatum für letzten Verbrennungsmotor“: BMW-Investoren fordern Verbrenner-Ende

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Von: Julian Baumann

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Ein Elektroauto lädt auf einem Parkplatz vor dem BMW-Werk in Leipzig.
Die Investoren von BMW fordern mehr Tempo bei der CO2-Reduktion und ein fixes Datum für den letzten Verbrennungsmotor. © Hendrik Schmidt/dpa

BMW ist in Bezug auf ein Ende der Verbrenner-Produktion deutlich zögerlicher als Konkurrent Mercedes-Benz. Die Investoren fordern jedoch ein fixes Datum.

Stuttgart/München - Inzwischen setzen alle großen Autohersteller weltweit verstärkt auf die Produktion von E-Autos, die als Zukunft der Automobilität gelten. Bei den drei größten deutschen Herstellern zeigt sich in Bezug auf ein endgültiges Ende der Verbrenner-Produktion aber noch immer Uneinigkeit. Mercedes-Benz hat ein Verbrenner-Ende besiegelt und will ab 2030 nur noch E-Autos bauen, VW und BMW waren bislang zögerlicher.

Bei der Hauptversammlung des Münchener Autokonzerns forderten die Investoren von BMW allerdings ein fixes Enddatum für den letzten Verbrennungsmotor, wie das Handelsblatt berichtet. Auch der im Vergleich zum Eigenkapital geringe Börsenwert des bayerischen Autobauers steht bei den Investoren in der Kritik. Vorstandschef Oliver Zipse hält dennoch an seiner bisherigen Strategie fest.

BMW-Hauptversammlung: Aktionäre fordern mehr Tempo bei der CO2-Reduktion

Im Fokus der großen Autokonzerne steht die Reduktion der CO2-Emissionen, die auch von der Politik mit steigendem Druck gefordert werden. Die Grünen forderten sogar ein Ende des Verbrenner-Verkaufs ab 2030, scheiterten aber mit dem Vorstoß: Mercedes, BMW und VW dürfen noch bis 2035 Verbrenner verkaufen. BMW will sich insgesamt nicht so schnell von den Verbrenner- und Plug-in-Hybriden lösen, was die Investoren auf der digitalen Hauptversammlung des Konzerns bemängelten. „BMW muss ein Enddatum für den letzten Verbrennungsmotor nennen“, hieß es laut dem Handelsblatt vom Dachverband der Kritischen Aktionäre. Im Konzern müsse ein „Umdenken“ stattfinden.

Die Aktionäre des Münchener Traditionskonzerns fordern deutlich mehr Tempo bei der CO2-Reduktion, der Fokus müsse auf kleinen, umweltfreundlichen Autos liegen. Konkurrent Mercedes-Benz setzt aktuell, auch aufgrund der Chipkrise, auf große Luxusautos und ist damit sehr erfolgreich. Mercedes kann den Flottenwert bislang aber auch nur in Europa einhalten. Die BMW-Investoren bemängeln zudem, dass sich der Autobauer derzeit deutlich unter Wert verkaufe. „Der Börsenwert von BMW liegt deutlich unter dem Eigenkapital, das kann nicht Ihr Anspruch sein“, sagte Janne Werning von Union Investment.

BMW-Chef hält weiter an Strategie fest - „nicht Mainstream, dafür aber hochwirksam“

Die BMW-Strategie sieht derzeit noch immer vor, einen möglichst großen Kundenstamm mit unterschiedlichen Antriebsarten zu versorgen. „Behauptungen, Ankündigen, Luftschlösser – das ist unsere Sache nicht“, erklärte Oliver Zipse laut dem Handelsblatt. Jeder Antrieb leiste einen Beitrag, um die CO2-Emissionen zu senken, moderne Ottomotoren und Selbstzünder genauso wie Batterieantriebe oder die wasserstoffbasierte Brennstoffzelle. „Der BMW-Weg ist nicht Mainstream, dafür aber hochwirksam.“ So biete der Konzern die neue 7er-Reihe ganz bewusst mit vier unterschiedlichen Antriebsarten an.

Die Investoren sehen in dieser Strategie allerdings ein hohes Risiko. „Wenn man so stark auf Volumen schaut und alle Kunden mit verschiedenen Antriebsarten bedienen will, besteht in der Übergangszeit zur Elektromobilität die Gefahr, dass sich die Marktanteile der Elektrofahrzeuge zugunsten von spezialisierten Anbietern wie Tesla verschieben“, sagte Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei Deka Investment.

Der BMW-Chef wies die Kritik allerdings ab und scheut auch den Vergleich mit Tesla nicht. „Volumen ist nicht alles. Doch ohne begehrte Produkte ist alles andere nichts“, sagte Oliver Zipse. Zudem will auch BWM bis 2030 zumindest die Hälfte der Gesamtmarge mit vollelektrischen Modellen generieren.

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