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BMW bietet Komfort und Service nur noch gegen monatliche Gebühren an - „abgehoben und kundenfern“

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Von: Nadja Pohr

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BMW-Produktionswerk in Peking
Die Technik und die entsprechenden Teile seien bereits in den Fahrzeugen von BMW verbaut - wer sie nutzen will, muss jedoch zahlen. © IMAGO/Pan Yulong

BMW bietet seinen Kunden nur noch gegen eine monatliche Gebühr verschiedene Funktionen an. Allgemein geht der Trend in die Richtung. Das stößt auf Kritik.

München - Die Automobilbranche entwickelt sich stetig weiter. Hersteller wie BMW, Mercedes-Benz oder Volkswagen müssen mitziehen, um auf dem Markt weiterhin bestehen zu können. Der Stuttgarter Autobauer Mercedes verkündete beispielsweise vor kurzem seine Luxus-Strategie. Auch BMW strebt eine neue Ausrichtung für die Kunden an. In Zukunft wird es Komfort und Service nur noch gegen eine monatliche Gebühr geben.

BMW setzt auf Abo-Modell: Sitzheizung nur noch monatlich buchbar

In Deutschland und weiteren Ländern hat BMW bereits ein Abo-Modell für bestimmte Funktionen wie Sitzheizung oder Fahrassistenzsysteme eingeführt. Die Technik und die entsprechenden Teile seien bereits in den Fahrzeugen des Münchner Autobauers verbaut, wie t3n.de berichtet. Wer beispielsweise die Sitzheizung nutzen will, muss monatlich 17 Euro zahlen. Alternativ können Kunden auch ein ganzes Jahr (175 Euro), drei Jahre (275 Euro) oder die unbegrenzte Nutzung (390 Euro) buchen.

Monatliche Gebühren fallen unter anderem auch für Ausstattungen wie Abstandstempomat, Fernlichtassistent, Lenkradheizung oder Echtzeit-Verkehrsinformationen an. BMW ist mit der Einführung jedoch nicht die erste Marke, die auf ein Abo-System als Geschäftsmodell setzt. Toyota verlangt beispielsweise eine Sondergebühr, um das Auto aus der Ferne warmlaufen lassen zu können. Der E-Autohersteller Tesla hingegen bietet in den USA schon länger sein Selbstfahrpaket „Full Self-Driving“ gegen eine monatliche Gebühr an.

„Abzocke“ von BMW mit monatlichen Gebühren wird im Netz kritisiert

Im Internet kritisieren viele das neue Geschäftsmodell von BMW. „Manche Manager merken es scheinbar nicht mehr, wie abgehoben und kundenfern sie schon geworden sind“, ärgert sich ein User auf Facebook. „BMW steht heute nicht mehr für Qualität, sondern reinen Prestige. Somit nicht verwunderlich, dass sie auf neuen Wegen abzocken wollen“, kommentiert ein anderer. „Abzocke auf höchstem Niveau“, findet ein Nutzer.

Andere halten die Idee jedoch für gar nicht so verwerflich. „Wenn das Auto dafür um den Preis einer Sitzheizung günstiger wird und BMW die Sitzheizung dafür kostenfrei ersetzt bei einem Defekt, haben doch alle gewonnen“, argumentiert ein User. „Ich finde die Grundidee nicht so schlecht. Gerade als Selbständiger kann es ein Vorteil sein“, äußert ein weiterer. Es wird allerdings befürchtet, dass sich die Systeme hacken lassen könnten. Ungeachtet dessen scheint der Trend jedoch weiter in die Richtung der Abo-Modelle zu gehen. Geht man nach Berechnungen, werden Komfort und Fahrspaß in Zukunft unter der E-Auto-Offensive leiden.

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