1. bw24
  2. Auto

„Bärchen“ oder „Dicker“: Umfrage ermittelt die beliebtesten Kosenamen für Autos

Erstellt:

Von: Julian Baumann

Kommentare

Eine Frau enthüllt einen ID.4 von VW
Laut einer Umfrage haben rund 17 Prozent der Autos in Deutschland einen Namen. Frauen geben ihren Wagen etwa doppelt so häufig Namen, als es Männer tun. (Symbolfoto) © Robert Michael/dpa

Der Autohersteller Kia hat eine repräsentative Umfrage zu Autonamen in Auftrag gegeben. In Deutschland haben immerhin 17 Prozent der Autos einen Namen.

Stuttgart - Viele Menschen geben nicht nur ihren Haustieren liebevolle Namen, sondern auch ihren Autos. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht seltsam, allerdings basiert auch eine der wichtigsten Automarken der Welt auf einem weiblichen Vornamen. Im Jahr 1899 nahm der Geschäftsmann Emil Jellinek unter dem Namen Mercedes, nach dem Namen seiner Tochter, mit einem Fahrzeug der damaligen Daimler-Motoren-Gesellschaft an verschiedenen Rennen teil und legte damit den Grundstein für das heutige Unternehmen Mercedes-Benz.

Die Hersteller selbst bezeichnen ihre Modelle meistens mit einer Verbindung aus Zahlen und Buchstaben, wie beispielsweise „E-Klasse“ bei Mercedes oder „E60“ bei BMW. Porsche wählte für die Bezeichnung seines ersten vollelektrischen Sportwagens dagegen aus rund 600 Ideen den Namen „Taycan“ aus, was in der türkischen Sprache sinngemäß „Seele eines lebhaften Fohlens“ bedeutet. Viele Autobesitzer geben ihren Fahrzeugen dagegen eher liebevolle Namen, wie eine repräsentative Umfrage des Autoherstellers Kia ergab.

Kosenamen oder Verballhornung: Frauen geben ihren Autos häufiger Namen als Männer

Dass den Deutschen ihre Autos ganz besonders wichtig sind, ist weitläufig bekannt. Ein Porsche-Fan fährt sogar gleich zehn knallbunte 911er, weil ihm das Design des legendären Sportwagenmodells so gut gefällt. Durch einen Namen wird das Auto für manche möglicherweise sogar zu einer Art Familienmitglied. Die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von Kia ergab, dass viele Autofahrer bei der Benennung ihrer Fahrzeuge entweder auf liebevolle Namen oder auch solche, die den vermeintlichen Charakter des Autos beschreiben, zurückgreifen.

Die Umfrage ergab konkret, dass rund 17 Prozent der Autos in Deutschland einen Namen haben, was in etwa jedes sechste Modell entspricht. Befragt wurden insgesamt 1021 Autobesitzer, mit dem Ergebnis, dass Frauen mit rund 23 Prozent ihren Autos etwa doppelt so häufig Namen geben, wie Männer. Besonders beliebt ist in Deutschland der Name „Dicker“, aber auch klassische Kosenamen wie „mein Kleiner“, „mein Lieber“ oder „Bärchen“ wurden bei der Befragung angegeben. Mitunter werden aufgrund von optischen Eigenheiten der Fahrzeuge aber auch weniger schmeichelhafte Namen verwendet.

Ein Porsche Taycan ist bei einem Händler in Rom ausgestellt.
Bei der Benennung des „Taycan“ hat Porsche nichts dem Zufall überlassen. Viele Autofahrer benennen ihre Fahrzeuge dagegen lieber selbst, wie eine Umfrage ergab. © Manuel Romano/Imago

Eben diese weniger schmeichelhaften Bezeichnungen sind den Herstellern ein Dorn im Auge. Der VW „Käfer“ hat sich zwar seit langem im Volksmund etabliert und ist nicht mehr wegzudenken, „Hängebauchschwein“ für den 1er-BMW Baujahr 2004 dürfte den Münchnern allerdings weniger gefallen. Auch deshalb war die Benennung des ersten E-Autos von Porsche eine langwierige Angelegenheit. Die Stuttgarter konsultierten je zwei Muttersprachler für über 20 Sprachen, um etwaige negative Assoziationen mit dem Namen „Taycan“ ausschließen zu können.

„Tessie“, „Nikola“ oder „Marvin“: Beliebte Namen für die E-Autos von Tesla

Inzwischen geben die Hersteller ihren neuen Automodellen meist funktionale Bezeichnungen. Elon Musk wählte für die Modelle seines E-Auto-Herstellers Tesla allerdings eine bestimmte Reihenfolge. Die Limousine Model S, das Mittelklasse-Modell Model 3, das SUV Model X und das SUV-Crossover Model Y ergeben das Wort „Sexy“, wenn man die „3“ als „E“ liest, was vom reichsten Mann der Welt offenbar genauso beabsichtigt wurde. Andere Tesla-Besitzer geben ihren E-Autos der Umfrage zufolge eher Namen wie „Tessie“. So wurde auch eines von zwei Kätzchen benannt, die von Polizisten aus einem Tesla E-Auto gerettet wurden.

Der Name „Tessie“ ist für ein Tesla-Modell seit langem besonders beliebt, wie dem Teslamag zufolge auch eine Umfrage aus dem September vergangenen Jahres ergab. Kreativere Namen für die beliebten E-Autos aus den USA sind etwa „Nikola“, in Anlehnung an Namensgeber Nikola Tesla, oder „Jarvis“ in Anlehnung an eine künstliche Intelligenz in den „Iron Man“-Filmen. In Deutschland stammt der beliebteste Name für die Tesla-Autos ebenfalls aus einem Film beziehungsweise aus einem Buch. Laut Angaben in dem Tesla-Forum TFF ist der Name „Marvin“ in Anlehnung an den depressiven Roboter aus „Per Anhalter in die Galaxis“ hierzulande besonders beliebt.

Auch interessant

Kommentare