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Fliegendes Auto erhält nach 14 Jahren Entwicklungszeit eine Zulassung

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Von: Julian Baumann

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Eine rote „Switchblade“ von Samson steht mit ausgeklappten Flügeln auf einem Hof.
Die „Switchblade“ von US-Start-up Samson kann per Knopfdruck von einem dreirädrigen Auto in ein Kleinflugzeug verwandelt werden. © Samson

Fliegende Autos kennt man bislang nur aus Science-Fiction-Filmen. Ein US-Start-up will ein solches Modell jetzt aber auf die Straße bringen - und in die Luft.

Stuttgart/Nevada City - Wer an fliegende Autos denkt, denkt vermutlich zunächst an Science-Fiction-Filme wie Blade Runner oder an Videospiele wie Cyberpunk 2077. Dort rast allerdings ein Porsche 911 ganz klassisch durch eine virtuelle Metropole. Ein Start-up aus den USA hat nach einer 14-jährigen Entwicklungszeit nun aber die Freigabe für ein fliegendes Auto von der US-Flugbehörde FAA erhalten.

Eine solche Erfindung hätte man wohl vermutlich am ehesten von Tesla-Chef Elon Musk erwartet. Im Gegensatz zu den rein batteriebetriebenen Modellen des Autobauers wird das „Switchblade“ vom Start-up Samson aber mit einem Benzinmotor angetrieben, berichtet das Portal newsatlas.com. Wer jetzt ein fliegendes Auto wie in den Science-Fiction-Filmen erwartet, wird möglicherweise enttäuscht. Das Gefährt des Start-ups sieht nämlich eher wie ein Kleinflugzeug auf Rädern aus.

Samson Switchblade: Dreirädriges Auto kann per Knopfdruck in Kleinflugzeig transformiert werden

Während E-Autos immer mehr die Straßen erobern, findet auch in der Luft eine Mobilitäts-Revolution statt. Das Bruchsaler Unternehmen Volocopter soll mit seinen Flugtaxis beispielsweise die Mobilität in einer Megastadt in Saudi-Arabien aufbauen und die Flugtaxis von Lilium sollen bald auch Stuttgart anfliegen. Ein Fahrzeug, das sowohl auf der Straße fahren, als auch durch die Luft fliegen kann, ist jedoch noch immer sehr speziell. Der Name „Switchblade“ (zu Deutsch: Springmesser) des Modells von Samson geht darauf zurück, dass die Flügel des dreirädrigen Gefährts per Knopfdruck aus beiden Seiten schnellen.

Damit kann sich das Trike per Knopfdruck in eine Art Kleinflugzeug verwandeln, als Antrieb dient newsatals.com zufolge ein Propeller im Heckbereich. Dieser wird wiederum von einem Benzinmotor angetrieben. Sind nervige Staus, wie sie beispielsweise im Verkehr in Stuttgart häufig vorkommen, also künftig also kein Problem mehr, weil man einfach über sie hinwegfliegen kann? Ganz so einfach ist es nicht, zumal das Gefährt zwar eine Flugzulassung in den USA erhalten hat, das aber nur bedeutet, dass Samson nun mit ersten Flugtests beginnen kann.

Fliegendes Auto hat einen Haken - Startbahn mit 335 Meter Voraussetzung

Nach einer Entwicklungszeit von 14 Jahren steht der Switchblade von Samson zwar vor seinen ersten Flugtests, am Boden hat sich das Gefährt aber bereits mehrfach bewährt. Laut Samson selbst soll das Trike auf der Straße Geschwindigkeiten von durchaus beeindruckendenden 200 Kilometern pro Stunde erreichen können. In der Luft gibt der Hersteller die erwartete Höchstgeschwindigkeit sogar mit bis zu 260 Kilometern pro Stunde und die Reichweite mit bis zu 725 Kilometer pro Tankladung an.

Dafür muss das „fliegende Auto“ aber zunächst mal die Flügel ausklappen und sich in die Luft erheben, was nicht so einfach ist, wie man vielleicht meinen sollte. Die Voraussetzung für einen Start der Switchblade ist laut newsatlas.com nämlich eine 335 Meter lange Startbahn. Mal eben kurz innerhalb einer Stadt abheben ist also nicht möglich und auch ein Start auf einer Autobahn wird wohl schwierig, wenn man nicht gerade den Seitenstreifen nutzt.

Ein weiterer interessanter Punkt zum „fliegenden Auto“ von Samson, das offenbar bei einer Marktreife rund 150.000 Dollar kosten soll, ist, dass man das Gefährt selber zusammenbauen muss. Die Switchblade soll nämlich als Bausatz verkauft werden und etwa 2.000 Stunden Arbeit in Anspruch nehmen.

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