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Auto-Extras im Abonnement: Tuner schalten teure Funktionen frei

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Von: Marcus Efler

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Abonnieren statt kaufen: Auto-Hersteller wie BMW und Tesla bieten immer mehr Extras gegen eine monatliche Gebühr an. Aber Kunden bekommen sie wohl auch günstiger.

Die lange Aufpreis-Liste beim Neuwagen-Kauf nervt viele Autofahrer – doch das System, das sich derzeit durchsetzt, kommt auch nicht viel besser an. Denn zunehmend bauen die Hersteller, allen voran Tesla, die Extras ab Werk ein, schalten sie aber erst frei, wenn der Kunde sie abonniert und dafür zahlt. Das kann nach wie vor natürlich per Einmalzahlung geschehen (die dann eben „lebenslanges Abo“ heißt), aber auch per monatlichem oder jährlichem Obolus.

Das kann durchaus Vorteile haben, etwa wenn der Käufer eine aufpreispflichtige Option erst mal ausprobieren möchte oder wenn er das Auto später mal weiterverkauft. Die Hersteller wiederum hoffen auf ein Zusatzgeschäft. Allerdings ist ihre Abo-Strategie auch nicht ganz ungefährlich.

Sitzheizung Eingeschaltete Sitzheizung im PKW
Die Sitzheizung ist ein oft kritisiertes Beispiel für die neue Abo-Strategie der Hersteller. (Symbolbild) ©  IlluPics/Imago

Auto-Extras im Abonnement: Tuner schalten teure Funktionen frei

Das bekommt derzeit BMW zu spüren. Die Münchner müssen in sozialen Netzwerken viel Kritik einstecken, weil sie für die bereits eingebaute Sitzheizung 17 Euro monatlich verlangen. Wobei man fairerweise erwähnen muss, dass dieses Komfort-Extras in vielen Modellen und Ausstattungspaketen schon enthalten ist und dauerhaft bleibt (anders als beispielsweise das Navi bei Tesla).

Aber auch wer die Sitzheizung nicht bestellt und bei BMW bezahlt, kann sie und andere Extras offenbar nutzen – dank einer gerade entstehenden Branche aus Hackern und Tunern. In den USA sind diese Software-Spezialisten schon länger am Werk und entsperren beispielsweise bei Tesla Funktionen (auch, wenn es nicht immer funktioniert, wie in diesem skurrilen Fall).

Auto-Extras im Abonnement: Apple CarPlay zum Schnäppchenpreis

Nun hat der Trend auch Europa erreicht und gefährdet das frische Abo-Modell der Autobauer. Tuner, die bislang auch schon gesperrte Motorleistung per Chip-Tuning wecken, schalten die versteckten Funktionen für einen relativ geringen Betrag frei. So aktivieren laut einem Bericht von Wired britische Hacker die iPhone-Anbindung Apple CarPlay sowie Spracherkennung für 40 britische Pfund (ca. 47 Euro) – ein Bruchteil der normalen Einmal-Zahlung für ein Dauer-Abo.

Autos von VW, Audi und BMW stehen angeblich besonders oft in den Werkstätten der Komfort-Tuner. Und verlassen sie manchmal als illegale Fahrzeuge, etwa wenn die TV-Funktion der Mittelkonsole dann auch während der Fahrt nutzbar ist.

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Auto-Extras im Abonnement: Billig-Upgrades werden erschwert

Kein Wunder also, dass die Hersteller ihrerseits aufrüsten und die Hacks erschweren. So sind bisher leicht manipulierbare Steuergeräte mittlerweile per Code geschützt. Auch die zunehmende Verbreitung voll vernetzter Fahrzeuge erschwert das Billig-Upgrade: Over the Air (OTA), also aus der Distanz, können die Hersteller dann einfach wieder den Original-Zustand aufspielen.

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