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Mercedes und umstrittener Staatsfonds von Saudi-Arabien investieren in Luxusmarke Aston Martin

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Von: Julian Baumann

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Das Hybrid-Modell „Valhalla“ des britischen Sportwagenbauers Aston Martin.
Mercedes-Benz investiert weitere 56 Millionen Euro in Aston Martin. Das erste E-Auto der Briten soll auf einer Mercedes-Plattform basieren. © Aston Martin

Die britische Luxusautomarke Aston Martin will endlich raus aus der Krise. Anteilseigner Mercedes-Benz und der saudische Staatsfonds sollen mit Investitionen in Millionenhöhe helfen.

Stuttgart/Gaydon - Der britische Luxusautohersteller Aston Martin befindet sich seit einiger Zeit in der Krise. Nun kündigte das prestigeträchtige Unternehmen aus Gaydon eine deutliche Kapitalerhöhung und einen neuen umstrittenen Großinvestor an. Insgesamt sollen umgerechnet rund 390 Millionen Euro fließen, darunter auch durch Investitionen des Anteilseigners Mercedes-Benz und des Staatsfonds von Saudi-Arabien. Dieser ist bereits bei den bekannten Automarken McLaren, Tesla und Lucid beteiligt und soll im Gegenzug auch Anteile an Aston Martin erhalten, berichtet die Automobilwoche.

Der Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz hat bereits im Jahr 2013 eine erste strategische Kooperation mit Aston Martin gestartet. Der frühere Leiter von Tochter Mercedes-AMG, Tobias Moers, war zudem von August 2020 bis Frühjahr 2022 Geschäftsführer des britischen Sportwagenbauers. Mercedes will die Investition und damit den Anteil dem Bericht zufolge nun nochmals erhöhen. Gleichzeitig tritt mit dem saudischen Staatsfonds PIF (Public Investment Fond) ein neuer Großinvestor auf den Plan. Ein Angebot eines bekannten chinesischen Investors habe man abgelehnt, hieß es von Aston Martin bei der Präsentation der Investitionspläne.

Mercedes-Benz investiert weitere 56 Millionen Euro in Aston Martin

Aston Martin ist unter anderem deshalb weltbekannt, weil Film-Agent James Bond in vielen Filmen der beliebten Reihe ein Modell des britischen Sportwagenbauers fährt. Rein finanziell hatte das 1913 in London gegründete Unternehmen aber immer seine Schwierigkeiten. Bereits im Jahr 1987 wandte sich Aston Martin an Ford, da befürchtet wurde, man werde ohne starken Partner im Rücken bald nicht mehr existieren. Dieser starke Partner wurde nach Ford die damalige Daimler AG, heute Mercedes-Benz. Die Stuttgarter verstärkten die Kooperation im Jahr 2020 und ermöglichten Aston Martin Zugang zu neuen Technologien und Komponenten von Mercedes-Benz, darunter auch Hybrid- und Elektroantriebsstränge.

„Im Tausch erhöhen wir schrittweise unsere Beteiligung an Aston Martin bis maximal 20 Prozent“, erklärte Mercedes-Strategiechefin Carolin Strauß im Interview mit BW24. Demnach sollen die ersten vollelektrischen Sportwagen von Aston Martin sowohl eine Mercedes-Plattform, als auch Mercedes-Technik verwenden. Dafür investiert der schwäbische Autokonzern weitere 56 Millionen Euro. Mercedes hält derzeit 11,7 Prozent der Anteile an der Luxusmarke, kann diese bis zur 20 Prozent-Marke also noch weiter erhöhen. „Es besteht nicht die Absicht, diese Beteiligung über dieses Niveau hinaus zu erhöhen“, stellte Strauß Ende Mai klar.

Saudischer Staatsfonds wird laut Bericht neben Lawrence Stroll Haupteigentümer von Aston Martin

Seit Anfang 2020 hält der kanadische Geschäftsmann Lawrence Stroll mit 16,7 Prozent den größten Anteil an Aston Martin. Den Investitionsplänen zufolge soll der saudische Staatsfonds PIF für umgerechnet 90 Millionen Euro laut Automobilwoche aber einen ebenso hohen Anteil sowie zwei Posten im Aufsichtsrat des Unternehmens erhalten. Der Staatsfonds PIF ist einer der größten Staatsfonds der Welt mit einem geschätzten Kreditvermögen von 320 Milliarden US-Dollar. An der Spitze steht der umstrittene Kronprinz Mohammed bin Salman, unter dessen Regie ein Konsortium des Fonds im Oktober 2021 den britischen Fußballverein Newcastle United übernahm und der auch federführend für das umstrittene Bauprojekt Neom zeichnet.

Neben Mercedes-Benz und PIF investiert auch Yee Tree, ein Konsortium von Haupteigentümer Lawrence Stoll, zusätzliche 122 Millionen Euro in den Autohersteller. Laut Stroll geht es bei Aston Martin gerade steil bergauf. „Wir profitieren von den vollsten Bestellbüchern seit vielen Jahren und sind konsequent auf dem Weg, die gefragteste britische Ultra-Luxus-Marke zu werden“, erklärte der Milliardär laut Automobilwoche. Bei der Vorstellung des Investitionsplans erklärte Aston Martin zudem, dass man eine Investition von umgerechnet 237 Millionen Euro des chinesischen Autobauers Geely abgelehnt habe, da es nicht zu den strategischen Zielen der Briten passe. Der Gründer und Geschäftsführer von Geely, Li Shufu, ist seinerseits der zweitgrößte Anteilseigner von Mercedes-Benz.

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